
Unsere Anbaumethode: "market garden"
Es gibt viele Möglichkeiten und Ideologien, den Boden zu beackern und Gemüse anzubauen. Unser Weg hat uns zu den Prinzipien des „market garden“ - Systems geführt. Der Name klingt zunächst nach etwas Neuem, ist es aber nicht. So wurden schon auf kleinflächigen Parzellen Mitte des 19. Jahrhunderts Gemüse mit einfachen Techniken auf diese Art und Weise für die lokale Versorgung angebaut.
Die gesamte Fläche des Ackers beträgt 1,5ha. Die Nutzfläche des Gemüsegartens beträgt etwa 0,4ha (4.000m²) inklusive 3 Gewächshäusern. Mit Unterstützung des NABU Heidekreises sind wir Projektpartner von Mellifera e.V. (Netzwerk Blühende Landschaft). Eine etwa 0,45 ha große Blühfläche (Artenvielfaltsmischung-Nord) wurden 2024 eingesät.
Die restliche Fläche von etwa 0,65 ha ist mit einer Kleegrasmischung von Camena für unseren Transfermulch bedeckt.
Durch eine genaue Bedarfsplanung und eine durchdachte Anbauplanung steht keine der Parzellen mit insgesamt etwa 140 Beeten (80 cm breit, 15 m lang) leer. Auf vergleichsmäßig kleiner Fläche können wir daher genug ernten, während wir zeitgleich Ressourcen schonen, indem wir auch weniger Vliese, Planen, Bewässerungsschläuche etc. benötigen. Uns freuen die kurzen Wege und die bunte Vielfalt in unserem Marktgarten. Denn natürlich ist auch für Blumen, Kräuter, Beerensträucher, Hecken und Bäume Platz um ein vielfältiges Angebot für Flora und Fauna zu schaffen.
Der Boden unter unseren Füßen
Damit wir auf so kleiner Fläche langfristig gute Ernte einfahren können, bekommt der Boden in unserem Garten ganz besondere Zuwendung. Wir streben einen lebendigen Boden an, der das bereithält, was eine Pflanze zum Gedeihen benötigt.
Mechanische Belastungen reduzieren
Das „market-garden“-System beruht auf kleinflächigen, regenerativen und bodenschonenden Maßnahmen, die ohne schwere Maschinen auskommen. Eine starke Bodenverdichtung findet daher kaum mehr statt, sodass auch noch in der Tiefe eine Durchwurzelung stattfinden kann. Denn die beste Bodenlockerung findet biologisch durch die Lebendigkeit im Boden und nicht durch mechanische Leistungen statt. Unsere traditionell handwerkliche Gartenarbeit wird unterstützt mit klassischen und neuen Gartenwerkzeugen, wie z.B. einer an das Beet angepassten Grabgabel. Wo wir können, laufen erste Versuche mit "No Dig", also sehr verkürzt gesprochen: ganz ohne umzugraben.
Boden ganzjährig bedecken
In der Natur kommen unbedeckte Böden (außer du stehst in der Wüste) so gut wie nicht vor. Daher ist auch bei uns der Boden ständig mit Gemüse oder unterschiedlichen sowie vielfältigen Zwischenfrüchten bedeckt, die zusätzlich viel Sonnenlicht sammeln und dem Bodenleben ein breites Nahrungsspektrum zukommen lassen.
Bodenlebendigkeit fördern
Auf unseren Anbauflächen werden zur Harmonisierung effektive Mikroorganismen (EM) eingesetzt. Durch den Einsatz von organischen Substanzen („Dünger“) aus Schafwolle, Hühnerdung, Kompost, Komposttee, Kleegras und verschiedenen Jauchen und Brühen sorgen wir für eine ausgewogene und gesunde Bodenernährung. Auf jeglichen Einsatz von Pestiziden wird selbsterklärend verzichtet.
Ressourcen schonen
Um große Verdunstungsmengen und Erosionen zu reduzieren, erfolgt überwiegend der Einsatz von Mikrosprinklern und Tröpfchenbewässerung. Unser Mulchsystem wirkt hierbei unterstützend.
Vielfalt erzeugen
Auf dem Acker stehen in der Saison etwa 70 bis 80 Kulturen und etwa über 200 Sorten (samenfestes!) Gemüse – auch in Mischkultur. Wir ziehen alle Jungpflanzen ab Januar selbst vor. Eine 4-6 Jährige Fruchtfolge sowie eine notwendige Bodenruhe werden berücksichtigt. Hinzu kommen Kräuter und natürlich ein buntes Spektrum an Blumen. Auch Sträucher und „essbare Hecken“ sowie die Pflanzung alter Obstsorten (langfristige Etablierung eines Agroforstsystems sowie Streuobstwiesen) bereichern das Gesamtkonzept des Gartens.
Dazu gehören noch...
- Wurmkompost
- Klassische Kompostmieten
- EM: Effektive Mikroorganismen
- Agroforst - Streuobst
- No Dig
- Terra Preta
- Holistisches Weidemanagement mit unseren Hühnern
- Berücksichtigung der Aussaattage von Frau Thun
- und einiges mehr...
- ...
... und unser schönes Blumenbeet
Wenn es blüht und summt, dürfen die AnteilnehmerInnen hier Sträuße pflücken. Der Schwerpunkt liegt auf bienen- und insektenfreundlichen Einjährigen und Trockenblumen bzw. solchen, die mit Sonne, Wind und Trockenheit zurecht kommen. Keine Sorge, für die Insekten bleibt genug, wenn ihr die Blumen pflückt und die Blumen werden durch das Pflücken kräftiger und blühen sogar mehr.


